Die wilde Jagd – Odensjakt – Mesnie Hellequin – Wild Hunt – caccia selvaggia

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Die Rauhnächte sind da! Das alte Jahr wird ausgekehrt und ein jeder versucht noch Unerledigtes abzuschließen, Dinge loszulassen und sich frei zu machen für alles Neue, was ihn im nächsten Jahr erwartet…

Das Wilde Heer zieht um! In den (eigentlich) kalten und frostigen Nächten ziehen wilde Reiter durch den Nebel, ein Geisterzug! Das Wilde Heer fegt mit einem fürchterlichen Gerassel unter Schreien, Johlen, Heulen, Jammern, Ächzen und Stöhnen durch die Lüfte. Manchmal aber hört man auch liebliche Musik, was dann meist als ein gutes Vorzeichen verstanden wird.

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Viele Sagen und Mythen, Heidnische wie religiöse Überlieferungen, ranken sich um die Zeit zwischen der Wintersonnenwende und dem Dreikönigstag, den sogenannten Rauhnächten. Eine der bekanntesten Überlieferungen spricht von der „wilden Jagd“ oder „Wotans Jagd“.

Am Zug nehmen Männer, Frauen und Kinder teil, meist solche, die vorzeitig einen gewaltsamen oder unglücklichen Tod gefunden haben. Der Zug besteht aus den Seelen der Menschen, die „vor ihrer Zeit“ gestorben sind, also durch Umstände verursacht, die vor dem natürlichen Tod im Alter eintraten. Legendarisch ist überliefert, dass Menschen, die den Zug betrachten, mitgezogen werden und dann jahrelang mitziehen müssen, bis sie befreit werden. Auch Tiere, vornehmlich Pferde und Hunde, ziehen mit.

Allgemein ist die Wilde Jagd dem Menschen nicht feindlich gesinnt, doch ist es ratsam, sich niederzuwerfen oder (christlich gesehen) sich im Hause einzuschließen und zu beten.

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Textquelle: http://asatruart.de/?p=1423 (abgerufen am 23.12.14) Kursives ist wortwörtlich übernommen.

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„Die Wilde Jagd

Die Nacht schwebt auf aus dunkler Schlucht
dehnt ihre Schwingen in die Luft
Und hüllt die Erde finster ein
wie einen riesigen Totenschrein.

Und stille ward’s im Flur und Forst,
der Vogel schlummert auf dem Horst,
der Mensch auch geht zur süßen Ruh
und schließt die müden Augen zu.

Ein Wand’rer nur noch einsam wallt
durchs Tal hin sonder Aufenthalt.
Jach fährt er aus seinem Sinnen empor
Und lauscht in die Fern‘ mit gewandtem Ohr.

Was ist denn dort oben am Bühel los?
Dort hebt sich ein wüstes schwellend Getos.
und braust zu Tale durch Wald und Gefild
Trara! Horridoh! so erdröhnt es wild

Klipp, klapp, klipp! erzittern die Bäume am Schlag
Ein gräßliches Wirrsaal lärmt durch den Hag:
Gewieher und Brüllen und Eulengelach
Gejammer und Krächzen und Ästegekrach,

Gemecker und Heulen, Gefauch und Gebell
und piff, paff, piff, puff, paff erknattert es gell,
Und näher und näher schon rast es heran
da schlottern die Knie dem Wandersmann

„Die wilde Jagd,“ so haucht er entsetzt
und wirft sich ins Gleis auf das Antlitz jetzt,
und über ihn hin, kniehoch übern Grund
jagt schnaubend und tobend in greulichem Bund

ein höllisch Gewühle von Jägern zu Roß
und Rinder und Böcke und schnüffelnder Troß
und Hühner und Hasen und Raben vom Kolk
und Eulen und Geier und fauchendem Volk

Und ferne verbraust es zum Tale hinaus.
Der Wanderer flüchtet verstört nach Haus.
Und wann in seinen späten Tagen
der Enkel saß auf seinem Schoß
und bat: „Erzähle mir wilde Sagen!“
dann sprach er ernst dies eine bloß:

„Mein Kind, nicht frommt dir wilde Weise,
doch naht dir einst das wilde Heer,
so leg dich hurtig ins Geleise,
sonst findet man dich nimmermehr!“

Volkssage nach Lehrer Pamberger um 1950 gesammelt“

Quelle: http://skaldenmet.com/1klass/neu%20klass/diewildejagd2.htm (abgerufen am 23.12.14)

—–

Habt ihr schon gute Vorsätze, neue Pläne, unerfüllte Wünsche?

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